Heimat neu entdecken
Seit zehn Jahren sind wir mit GenussReise.blog unterwegs und durften in dieser Zeit viele außergewöhnliche Hotels, besondere Genussorte und Reiseziele in Deutschland, Österreich und Südtirol kennenlernen. Zum 10-jährigen Jubiläum unseres Online-Reisemagazins richten wir den Blick ganz bewusst auf unsere Heimat Niederbayern.

Mit unserer Rubrik Heimat-LieblingsQuartiere stellen wir Hotels vor, die für uns zu den touristischen Leuchttürmen Niederbayerns gehören. Familiengeführte Häuser mit Charakter, die ihre Region prägen und ihren Gästen mehr bieten als einen klassischen Wellnessurlaub.

Das Landrefugium Obermüller in Untergriesbach gehört für uns genau dazu.
Nur rund 25 Kilometer von Passau entfernt beginnt für viele Gäste der Bayerische Wald.
Genau hier haben wir uns dieses Mal bewusst gegen ein volles Ausflugsprogramm entschieden. Statt möglichst viele Sehenswürdigkeiten zu entdecken, wollten wir uns ganz auf das Haus einlassen – auf die Menschen, die Philosophie und die vielen kleinen Momente, die einen Aufenthalt besonders machen.

360° Glück als gelebte Haltung
Das Landrefugium Obermüller beschreibt seine Philosophie mit einem Begriff: 360° Glück. Was zunächst wie ein Slogan klingt, begegnete uns während unseres Aufenthalts immer wieder – mal ganz dezent, mal etwas offensichtlicher.

Besonders geprägt hat uns der persönliche Austausch mit Gastgeber Wolfgang Obermüller. Der gelernte Koch und Hotelier beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit den Themen Ernährung, Gesundheit und persönliche Entwicklung. Als Ernährungsexperte nach dem forever young®-Ernährungsprogramm setzte er sich schon mit einem bewussten Lebensstil auseinander, lange bevor Begriffe wie Longevity in aller Munde waren. Regelmäßige Fortbildungen bei renommierten Trainern in ganz Europa zu Themen wie Mentaltechniken, Motivation oder Burn-out-Prävention prägen bis heute seine Arbeit. Während der Corona-Zeit schrieb er dazu die beiden Bücher „Raus aus dem Kreisverkehr – Nächste Ausfahrt Glück“ und „Raus aus dem Kreisverkehr – Nächste Ausfahrt Gelassenheit“.

Schon vor unserer Anreise hatte ich Wolfgang gefragt, ob er mir eines seiner Bücher mit einer persönlichen Widmung signieren würde. Seine Antwort kam sofort: „Sehr gerne.“ Als wir unser Zimmer bezogen, warteten dort bereits beide Bücher – jeweils persönlich signiert. Eine persönliche Aufmerksamkeit, die den Aufenthalt schon beim Ankommen besonders machte.

Für alle Gäste liegt auf dem Zimmer ein Exemplar von „Raus aus dem Kreisverkehr – Nächste Ausfahrt Glück“ zum Ausleihen bereit. Ich hatte dagegen das Glück, beide Bücher lesen zu können. Normalerweise begleiten mich im Urlaub eher spannende Agenten- oder Actionromane – genau damit schalte ich am besten ab. Umso überraschter war ich, wie angenehm und kurzweilig sich Wolfgangs Bücher lesen ließen.


Viele Gedanken daraus hatten wir bereits in unseren Gesprächen gehört. Dadurch wurde mir schnell klar: Wolfgang Obermüller schreibt nicht über eine Philosophie, die gut klingt. Er lebt genau das, was seinen Gästen im Landrefugium begegnet. Sein Ziel ist es nicht, Antworten vorzugeben. Vielmehr möchte er kleine Impulse mitgeben, die sich leicht in den eigenen Alltag integrieren lassen.

Anfangs waren uns die vielen Zitate fast etwas zu präsent. Die vielen Weisheiten im Restaurant, Denkanstöße auf der Menükarte oder sogar eine Bibel auf dem Zimmer – all das gehört zur Philosophie des Hauses.

Je länger wir dort waren, desto besser verstanden wir jedoch die Idee dahinter. Niemand möchte den Gästen erklären, wie Glück funktioniert. Vielmehr geht es darum, Gedanken anzustoßen und jedem selbst zu überlassen, was er davon mit nach Hause nimmt.
Ankommen statt abhaken
Wir wohnten im Doppelzimmer Nr. 3 – Sonnenglück.

Die große Terrasse auf der sonnigen Südseite und der Panoramablick über das Donautal machten ihrem Namen alle Ehre.

Perfekt gelegen im neuen Anbau des Hotels. Kurze Wege nach allen Seiten. Gleich neben dem Restaurant oder der Bar, ums Eck die Rezeption und nur die Treppe runter schon stehst du im Wellnessbereich.

Bodentiefe Fensterfront, offenes Bad, freistehende Badewanne, begehbarer Kleiderschrank und Insektenschutz an der Tür sorgten dafür, dass wir uns schnell wohlfühlten.



An alles ist gedacht: Die täglich frisch aufgefüllte Granderwasser-Flasche begleitet den gesamten Aufenthalt wie die Espressomaschine. Bademantel, Badetasche und Handtücher liegen bereits für den Wellnessbereich bereit, liebevoll arrangierte Badekugeln laden zu einem entspannten Bad in der freistehenden Designwanne ein und auch die inkludierte Minibar ist bereits gefüllt.



Viel Zeit verbrachten wir hier allerdings nicht, es zog uns raus in den herrlichen Außenbereich.


Dieses Mal stand nicht die Region im Mittelpunkt unserer Reise, sondern ganz bewusst das Landrefugium Obermüller. Eine Entscheidung, die sich schon nach wenigen Stunden richtig anfühlte.
Entschleunigung mit Weitblick
Wellness gehört selbstverständlich zum Landrefugium Obermüller. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht möglichst viele Attraktionen, sondern Zeit zum Abschalten und Durchatmen.

Unser Lieblingsplatz war schnell gefunden: die weitläufige Liegewiese. Hinter dem beheizten Infinity-Außenpool öffnet sich der Blick über das bayerisch-österreichische Donautal – besonders an den warmen Sommertagen ein wunderbarer Ort, um einfach einmal nichts zu tun.

Auch Hunde sind herzlich willkommen und werden auf dem gesamten Gelände selbstverständlich mitgedacht.




Die neue Panoramasauna im Garten und ein großzügiger Ruhebereich ergänzen den bestehenden Wellnessbereich mit Panorama-Hallenbad und den kleineren Saunen im Haupthaus.

Wer tägliche Saunaaufgüsse oder ein umfangreiches Aktivprogramm erwartet, wird hier einen anderen Schwerpunkt erleben.

Während unseres Aufenthalts standen die Alpaka-Fütterung, eine Führung durch das Heizhaus und der BBQ-Grillabend auf dem Programm. Darüber hinaus werden unter der Woche unter anderem Qi Gong, Aqua-Gymnastik, Good-Morning-Stretching oder eine Wanderung mit Wolfgang Obermüller angeboten. Das Wochenprogramm bleibt dabei bewusst überschaubar – ganz im Sinne der Philosophie des Hauses, seinen Gästen Zeit für sich selbst zu schenken.
Ein Satz von Wolfgang Obermüller ist uns besonders in Erinnerung geblieben:
„Die Gäste müssen etwas mit nach Hause nehmen, wenn sie aus dem Urlaub auschecken. Wellness ist für mich mehr, als noch eine Sauna und noch drei Behandlungen mehr anzubieten. Was wirklich zählt, ist, dass die Menschen hier zur Ruhe kommen, zu sich selbst finden und vielleicht auf neue Gedanken kommen.“



Genau dieser Gedanke zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Landrefugium Obermüller.
Verantwortung, die sichtbar wird
Wer das Landrefugium Obermüller wirklich verstehen möchte, sollte sich Zeit für den rund 4,6 Kilometer langen Nachhaltigkeitsweg nehmen. An mehreren Stationen zeigt Familie Obermüller, wie sie Nachhaltigkeit versteht – nicht als Trend, sondern als gelebte Verantwortung.

Das beginnt bei den Bienenvölkern, deren Honig später frisch als Wabenhonig auf dem Frühstücksbuffet landet, führt über das hauseigene Hackschnitzel-Heizkraftwerk bis hin zu Photovoltaik, der Nutzung von Oberflächenwasser und der Zusammenarbeit mit regionalen Produzenten. Das GreenSign-Zertifikat bestätigt diesen Weg, doch spannender als jede Auszeichnung ist es, die Philosophie dahinter selbst zu erleben.


Zu unseren Lieblingsstationen gehörte die Weide der sieben Alpakas. Monaco Franze, Columbo, Don Camillo, Peppone, Torres, Karli und Ferdy sind längst kleine flauschige Botschafter des Hotels. Mit ihrer ruhigen Art passen sie perfekt zur Atmosphäre des Hauses. Die tägliche Fütterung war für uns einer der schönsten Programmpunkte des Aufenthalts.
Nach der Alpaka-Fütterung nahm sich Wolfgang Obermüller Zeit für uns. Gemeinsam besichtigten wir das Heizhaus, bevor er uns mit seinem Geländefahrzeug zur Jonas Ranch mitnahm. Dort wurde schnell deutlich, wie eng Landwirtschaft und Küche im Landrefugium miteinander verbunden sind.


Seit vergangenem Jahr verantwortet Sohn Jonas die Kulinarik des Hauses. Gleichzeitig kümmert er sich mit großer Leidenschaft um die eigene Landwirtschaft. Schwäbisch-Hällische Landschweine und Rinder werden mit viel Respekt gehalten und später verantwortungsvoll in der Hotelküche verarbeitet. Das Nose-to-Tail-Prinzip gehört hier ebenso selbstverständlich dazu wie kurze Wege und ein bewusster Umgang mit Lebensmitteln.
Genuss mit regionaler Handschrift
Unser fester Tisch im neuen Panorama-Wintergarten machte seinem Namen alle Ehre. Mit Blick über das Donautal schmeckt die regionale Kulinarik gleich noch ein bisschen besser.

Schon am Morgen zeigt sich die regionale Handschrift des Hauses. Brot und Gebäck kommen von der Familienbäckerei Fesl, viele Marmeladen sind hausgemacht, dazu gibt es kleine Schälchen mit wechselnden Aufstrichen, Overnight Oats im Glas, frisches Obst und Gemüse, Honig direkt von der Wabe sowie Eierspeisen, die frisch zubereitet werden.




Die kleine Hotel-Post am Tisch liefert täglich einen Gedankenimpuls und verrät bereits die Auswahl des Abendmenüs.

Zur 3/4-Genusspension gehört ab 14 Uhr ein abwechslungsreicher Nachmittagssnack mit Kaffee-Flatrate. Verschiedene Salate, eine täglich wechselnde Suppe, herzhafte Kleinigkeiten sowie Pavesen, hausgemachte Kuchen und Torten sorgen für eine genussvolle Stärkung zwischen Wellness und Abendessen.

Am Freitag genossen wir den BBQ-Grillabend auf der Terrasse, am Samstag überzeugte das Wahlmenü mit kreativen Gerichten und regionalen Zutaten. Regionalität endet dabei nicht auf dem Teller: Wild stammt überwiegend aus der Region, Schweine und Rinder aus eigener Landwirtschaft oder von Bauern aus der Umgebung.





Besonders gefreut hat uns auch der Blick auf die Getränkekarte. Mit dem Bio-Wein vom Passauer Weinbau Weizenberger und Bierspezialitäten der Bierkulturregion Niederbayern setzt das Landrefugium Obermüller auch bei Wein und Bier konsequent auf regionale Genusskultur.


Spezialitäten wie das Kupfer von Winkler Bräu oder das Emmer von Apostelbräu zeigen, wie vielfältig die Brautradition in unserer Heimat ist.


Auch bei den Aperitifs zeigte sich das Küchenteam kreativ. Ob Weißbier-Aperitif mit Holunder, Minze und Limejuice oder der fruchtige Iced Blueberry Lillet – beides passte hervorragend zu den warmen Sommerabenden.



Eine schöne Tradition erlebten wir an unserem letzten Abend: Als das Serviceteam bemerkte, dass wir am nächsten Morgen abreisen würden, wurden wir noch auf einen selbst gebrannten Bierschnaps eingeladen – stilecht serviert in einem Mini-Bierkrug. Eine kleine Geste, die den persönlichen Charakter des Hauses noch einmal unterstrich.

Nachwuchskoch Jonas Obermüller führt mittlerweile das Küchenteam. Nach Stationen in verschiedenen Spitzenhotels des Bayerischen Waldes bringt er neue Ideen ein.

Ein Auszug aus unserem Wahlmenü zeigt noch einmal die Handschrift der Küche. Von der Wildbachforelle über das Welsfilet auf rotem Hummus, Rote Beete Couscous mit gebackenen Falafeln, Safranschaum und Rahmwirsing bis zum Dessert mit Straciatella, Banana, Eierlikör und Walnuss.




Mindestens genauso in Erinnerung geblieben ist uns das Team. Herzlich, aufmerksam und angenehm unaufgeregt begleiteten uns die Mitarbeitenden durch unseren Aufenthalt.
Viele kommen selbst aus der Region, gleichzeitig bereichern Auszubildende aus Madagaskar das Team. Man spürt schnell: Gastfreundschaft ist hier keine Floskel, sondern wird jeden Tag gelebt.
Kleine Gedanken mit großer Wirkung
Je länger wir im Landrefugium Obermüller waren, desto deutlicher wurde, dass sich Wolfgang Obermüllers Gedanken durch das gesamte Haus ziehen. Mal als kleiner Impuls auf der Menükarte, mal als Buch auf dem Zimmer oder als Leuchtschrift neben der Rezeption mit den Worten „Auf dem Weg ins Glück“.


Ein schönes Detail ist auch der Plaudertisch im Barbereich. Wer dort Platz nimmt, signalisiert Offenheit für neue Begegnungen. Statt über Politik, Beruf oder Krankheiten zu sprechen, beginnt das Gespräch mit einer einfachen Frage: „Was macht dich glücklich?“ oder „Wofür bist du heute dankbar?“

Ob der Tisch regelmäßig genutzt wird, konnten wir während unseres Aufenthalts nicht beobachten – die Idee dahinter passt jedoch wunderbar zur Philosophie des Hauses.
Auf unserem Zimmer stand außerdem ein kleines „Erste-Hilfe-Glücks-Set“ mit Konfetti, Mini-Discokugel und weiteren kleinen Überraschungen.

Eine charmante Idee, die mit einem Augenzwinkern dazu einlädt, das Glück manchmal auch in den kleinen Dingen zu entdecken.
Nicht jeder Gast wird diese Impulse gleich intensiv wahrnehmen. Während ich mich gerne auf die Bücher und die kleinen Denkanstöße eingelassen habe, waren sie Werner stellenweise fast etwas zu präsent. Auch die christlichen Impulse gehören zur Persönlichkeit des Hauses und werden sicherlich unterschiedlich empfunden. Genau das macht das Landrefugium aber authentisch – es versucht nicht, jedem zu gefallen, sondern bleibt seiner Haltung treu.
Unsere Lieblingsmomente
💚 Unser Lieblingsplatz
Der weitläufige Garten mit dem Infinitypool und dem einmaligen Blick über das Donautal. Gerade an heißen Sommertagen verbrachten wir hier viele entspannte Stunden.


🍽️ Unser Genussmoment
Der BBQ-Grillabend auf der Terrasse – regionale Spezialitäten, ein Glas Passauer Rosé und ein lauer Sommerabend.



📖 Unser Glücksmoment
Mit einem Buch in einer ruhigen Ecke im Garten sitzen gehört einfach zu einer gelungenen Auszeit. Diesmal waren es nicht die sonst üblichen Agentenromane, sondern die Bücher von Wolfgang Obermüller – eine überraschend passende Lektüre.



🦙 Unser Tiermoment
Die tägliche Alpaka-Fütterung und der anschließende Besuch auf Jonas Ranch zeigten eindrucksvoll, wie eng Landwirtschaft, Nachhaltigkeit und Küche hier miteinander verbunden sind.






Danke & Auf Wiedersehen
Die Tage im Landrefugium Obermüller haben uns gezeigt, dass eine kleine Auszeit oft näher liegt, als man denkt. Wir nehmen viele schöne Erinnerungen, inspirierende Gespräche und neue Gedanken mit nach Hause.


Ein herzliches Dankeschön an Wolfgang Obermüller und das gesamte Team für die Einladung, die herzliche Gastfreundschaft und die vielen besonderen Momente. Wir sind sicher: Das war nicht unser letzter Besuch im Landrefugium Obermüller.
Unser Mobilitätspartner
Ein herzliches Dankeschön an das Autohaus Hirschvogel in Passau, das unsere GenussReisen als zuverlässiger Mobilitätspartner unterstützt.

Mit dem vollelektrischen smart #5 waren wir dank großer Reichweite, Panoramadach und großem Display komfortabel unterwegs.



Besonders praktisch: Die Ladestation direkt am Hotel macht das Laden während des Aufenthalts ganz unkompliziert.
Transparenz
Transparenz: Unser Aufenthalt im Landrefugium Obermüller erfolgte auf Einladung des Hotels. Der Beitrag entstand unabhängig und gibt ausschließlich unsere persönlichen Eindrücke wieder.

Hotelkontakt
Landrefugium Obermüller****S
Sonnenweg 12 – 94107 Untergriesbach
www.landrefugium.de
Und jetzt seid ihr dran!
Wart ihr schon einmal im Landrefugium Obermüller oder plant ihr einen Aufenthalt?
Welche Erinnerungen oder persönlichen Glücksmomente verbindet ihr mit diesem besonderen Ort? Schreibt es uns gerne in die Kommentare – wir freuen uns auf eure Erfahrungen!