GenussReise-Talk mit Lisa Wieland

Kaffee oder Tee? 

Beides. Vor Jahren trank ich um die 10 Espressi am Tag. Heute nur noch einen doppelten in der Früh und eine ganze Kanne Kräutertee.

Wann beginnt bei dir der Tag? 

Um 5:30 Uhr. Ich brauch in der Früh immer etwas länger und will den Tag in Ruhe starten.
Ab 6:00 Uhr bin ich dann ansprechbar 🙂

Deine Vita liest sich ja schon beeindruckend. 
Gestartet 2006 als Gastronomiefachfrau im Hotel Hochschober in Österreich, weiter ins ZUMA nach London, dann Porto Cool in Spanien, Burj al Arab Dubai über Spago in Beverly Hills bis zur aktuell letzen Station CUT at 45 Park Lane in London. Haben wir was vergessen:-) ?  

Stimmt genau!

Gab es einen Plan B oder wolltest du schon immer Köchin werden?

Ich wollte immer schon Köchin werden, wie meine Oma. Gelernt habe ich Gastronomiefachfrau-also Service auch. Denn ich finde es sehr wichtig, beide Seiten zu kennen und zu verstehen.

Was war dein persönliches Highlight bei deiner „kulinarischen Reise“?

Natürlich die Academy awards in Hollywood. Einmal durfte ich sogar meinen Chef Wolfgang Puck auf den roten Teppich begleiten.  

Gibt es einen Koch/Köchin der für dich ein Vorbild ist oder mit dem du gerne mal zusammen arbeiten möchtest?

Steffen Henssler find ich cool. Ich war einige Male in seinen Restaurants in Hamburg und mir gefällt sein Konzept sehr gut.

Ein großer Trend ist ja vegan und regional. Glaubst du, dass Fleisch nach und nach von der Speisekarte verschwindet?

Ich begrüße es sehr, regional und vor allem saisonal zu kaufen. Ich lebe ja mittlerweile wieder in Kärnten (Österreich), wo es an Direktvermarkter/-innen nicht fehlt. Hier bekommt man ganz einfach Ab Hof die besten Lebensmittel. Ein Traum für Köchinnen. Wenn man jedoch in der Großstadt lebt, sieht die Sache wieder ganz anders aus. Jedenfalls sollte man beim Einkauf immer auf die Herkunft achten und dem Hausverstand vertrauen. 
Vegane Küche ist ein Trend. Und man muss nicht jeden Trend mitmachen. Denn manche Schein-Veganer konsumieren dafür täglich Soya und Avocados von der anderen Seite der Welt. Ich persönlich esse sehr gerne hin und wieder Vegetarisch, aber nicht vegan. Und stelle man sich eine Mutter mit drei Teenager-Jungs zu Hause vor, die nur Vegan kocht 🙂 
Am wichtigsten ist eine abwechslungsreiche Ernährung. Ein bis zwei mal Fleisch pro Woche, sollte schon ausreichen, um sich ausgewogen zu nähren. 

Stell dir vor Tim Mälzer ruft an und fragt „Hast du Lust auf Kitchen Impossible?“ 
Was antwortest du spontan und warum?

Sehr gerne. Wann und wo? 
Ich durfte ja auch schon einige Male TV Luft schnuppern und es hat mir sehr gut gefallen. Ich sehe mich auch in der Zukunft mehr vor der Kamera.

Was hältst du von Kochsendungen? 

Je nach dem, was vermittelt wird. Die Medien haben eine unheimliche Macht und beeinflussen sehr vieles. Einige TV Köche vermitteln dieses „bad ass- image“. Dadurch bekommt die Gastronomie einen Stempel aufgedrückt. Einigen jungen Menschen gefällt das und sie wollen auch den Weg in die Gastronomie wagen. Doch dann ist alles anders als im Fernsehen. Sie müssen tatsächlich arbeiten und sich die Finger schmutzig machen. Der Weg zum Sterne-Koch ist ein langer und sehr harter. Ein paar TV Sendungen schauen, macht niemanden zum Profi, auch wenn das sehr viele glauben. 

Der Beruf Koch hat ja nicht gerade günstige Arbeitszeiten, die meisten arbeiten ja dann wenn alle anderen Feierabend oder Wochenende haben. Warum würdest du trotzdem einem jungen Menschen raten diesen Beruf zu erlernen? 

Weil es nichts schöneres gibt, als kreativ sein zu können. Dieser Beruf ist so vielseitig, dass man immer einen Job finden wird. Und wir alle müssen essen. 

Mit welchen Gericht kann man dir kulinarisch eine Freude machen? 

Mit indischen Tikka Masala oder noch lieber Chicken Biryani und ganz viel Naan mit Knoblauch. 
Ich war einige Male in Indien und finde die Zusammensetzung deren Gewürzmischungen extrem spannend. 

Was darf in keiner Küche fehlen? 

Scharfe Messer!

Ergänze folgende Sätze: 

Kochen bedeutet für mich … Leben
Wenn ich essen gehe, gehe ich am liebsten zu …. kleinen, unbekannten und urbanen Restaurants, die ich noch nicht kenne.
Heimat ist … Kärnten

Mit welchen drei Worten würden dich deine Freunde beschreiben? 

Ehrgeizig. Fleißig. Konsequent.

Gibt es etwas was du gar nicht kannst, aber gerne können würdest? 

Ich bin nicht sehr gut im Umgang mit Technik und PC´s. Mir fehlt einfach die Geduld dafür.

Was hast du dir in letzter Zeit gegönnt? 

Das Traumhaus am See. Mein Partner und ich haben uns den großen Traum erfüllt und Grund und Haus am Wörthersee gekauft. Dort werde ich im Sommer 2022 mein Kochstudio eröffnen. Ein langersehnter Traum wird wahr.

Welche Frage wird dir selten oder nie gestellt, die du aber gerne mal beantworten möchtest?

Wie ich zum Thema Frauen in der Gastronomie stehe. Lange Zeit fühlte ich mich nie benachteiligt, als Frau in der Küche. Meine Köche respektierten mich immer sehr als Chefin und auch in Dubai war ich als einzige Frau im Team immer gleichgestellt. Jedoch jetzt, im Alter von 30 Jahren, wo Kinder immer ein größerer Wunsch werden, sehe ich sehr wohl die vielen Nachteile einer selbstständigen Frau in der Gastronomie. Der Job ist wunderschön-keine Frage- aber familienfeindlich. Vor allem für werdende Mütter.

Fotos: Elias Jerusalem

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